Entspannung als Grundstein im Kinderwunsch

Shownotes

In dieser Episode erfährst Du:

  • warum Stress eine natürliche, aber zeitlich begrenzte Reaktion ist
  • weshalb Verdauung, Nährstoffaufnahme und Fruchtbarkeit untrennbar mit Entspannung verbunden sind
  • warum Dein Körper Sicherheit braucht, bevor er Neues entstehen lässt
  • was Entspannung wirklich bedeutet – jenseits von Atemübungen und Wellness
  • was meine Top 5 für ganzheitliche Entspannung im Alltag sind

Mehr Begleitung findest Du auf meiner Webseite: www.in-freu.de

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In der nächsten Folge machen wir gemeinsam eine sanfte Bestandsaufnahme: Wo stehst Du gerade – körperlich, mental und emotional? In Freude,

Deine Myriam

Hinweis: Die Inhalte dieses Podcasts dienen der Information und Inspiration und ersetzen keine individuelle medizinische oder therapeutische Beratung.

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Transkript Episode 4

Entspannung als Grundstein im Kinderwunsch

Warum Dein Nervensystem über Fruchtbarkeit, Hormonbalance und Regeneration entscheidet

Hallo meine Liebe, ich hoffe es geht dir gut und du konntest vielleicht schon ein bisschen aus meiner letzten Folge mitnehmen mit den Ernährungstipps und vielleicht schon was implementieren in deinem Alltag. Gib mir doch gerne mal Rückmeldung, wie das für dich war und ob du da für dich was draus mitnehmen konntest.

Heute möchte ich mit dir über das Thema Entspannung reden. Und Entspannung nicht im Sinne von Luxus oder Wellness, sondern Entspannung als natürlichen biologischen Zustand deines Körpers ohne Stress, den dein Körper benötigt, um alle wichtigen Funktionen auszuführen. Denn in einer akuten Stresssituation schüttet der Körper Stresshormone wie Adrenalin und Cortisol aus. Und so wird eben die Energie aus allen Bereichen des Körpers herausgezogen und in die Muskulatur geleitet. Im Stress gibt es nur drei Optionen, nämlich den Fluchtimpuls, dich totzustellen oder zu kämpfen. Das ist bei uns einfach evolutionär so drin. Und das ist ein geniales System, weil wir plötzlich sehr stark und sehr schnell sind. Vielleicht hast du auch schon mal gehört, dass es Mütter gibt, die ganze Autos bewegen, weil ihr Kind darunter geraten ist. All das ist möglich, weil diese Stresshormone so gut in unserem Körper funktionieren; also Stress an sich ist jetzt nicht unbedingt das Problem.

In dieser Zeit, wo Stresshormone ausgeschüttet werden, sind alle anderen Funktionen im Körper sinnvollerweise pausiert. Alles, was nicht unbedingt für die drei Stressoptionen Flucht, Totstellen oder Kämpfen benötigt wird. Das ist dann sowas wie Verdauung, dein Sexualtrieb, Hunger, dein Schlafbedürfnis. Und so kann es auch in Bezug auf Kinderwunsch sein, dass, obwohl grundsätzlich im Körper eine Fruchtbarkeit gegeben ist also Abläufe grundsätzlich gut funktionieren, würde dein Körper in chronischen Stress natürlich keine Befruchtung zulassen. Denn wenn du mal überlegst: Früher, wenn ein wildes Tier zum Beispiel Stress ausgelöst hat, wäre das nicht sehr sinnvoll, dann in dem Moment schwanger zu sein. Weil das könnte ja dich das Leben und das deines Kindes kosten. Und das bedeutet, dass du in diesem Moment natürlich nicht fruchtbar bist, auch wenn du grundsätzlich ein Kind empfangen könntest. Und das Fazit ist eben: Stress ist gut, äußerst nützlich für unser Überleben – aber nur für kurze Zeit, also indem es einen klaren Anfang hat und indem der Stress ein klares Ende hat.

Das klare Ende ist uns ein bisschen abhandengekommen, denn heute befinden wir uns oft im chronischen Stress und heute lauern im Alltag in der Regel keine Gefahren, wie wilde Tiere mehr, die unser Leben gefährden. Aber Stress wird ausgelöst durch unsere Arbeit, durch unsere Beziehung, finanzielle Sorgen oder auch inneren Druck und Angst. Der Stress hat meistens irgendwo einen Anfang, aber kein Ende. Und auch, wenn nicht genug Essen da ist, gerät der Körper in diesen Stressmodus. Also d.h., wenn wir uns ständig unterversorgen fühlt sich der Körper, als sei er in einer Hungerperiode und eine Hungerperiode bedeutete früher, dass der Körper nur das Nötigste leistet, um zu überleben, um alle seine Organe wie das Herz, das Gehirn und die Muskeln auch mit Energie zu versorgen, um zu funktionieren. Und erst bei einer Fülle, bei einer ausreichenden Menge an Nährstoffen wieder in der Lage ist, solche Dinge wie Fruchtbarkeit überhaupt möglich zu machen. Damit der Körper in der Schwangerschaft genug Energie hat, weil sonst wäre das einfach nur tödlich, wenn er in einer Stresssituation das nicht gewährleisten könnte, dass er überlebt.

Und wenn Cortisol ständig erhöht ist, lenkt der Körper eben konstant die Energie weg von weniger wichtigen Funktionen, um sie für eine Flucht oder einen Kampf bereitzustellen. Auch Reparaturprozesse beispielsweise können dann nicht stattfinden und Studien bestätigen auch, dass im Hormonhaushalt, dass Stress dann den Eisprung verzögert oder unterdrückt und, wie ich schon meinte, die Einnistung erschweren kann. Außerdem ist die Darmfunktion gestört, d.h. die Aufnahme von Nährstoffen wird gestört, die Hormonbalance durcheinandergebracht und das stabile Immunsystem ist auch gefährdet unter chronischem Stress. Wichtig ist hier zu bedenken, dass wir nicht einfach die Ernährung verändern und gut ist. Also hoffen, dass der Körper dann mitzieht, solange er noch unter chronischem Stress steht, sondern da wird weniger passieren. Da sollten wir zuerst den Stress an sich adressieren, um dann im Verlauf die Ernährung zu betrachten als zweiten Schritt. Denn Ernährungsinterventionen können ihre volle Wirkung nur entfalten, wenn dein Nervensystem Sicherheit empfindet und nicht auf Daueralarm gestellt ist.

Also was ist Entspannung wirklich? Entspannungsmaßnahmen wie Atemübungen genügen hier leider in der Regel nicht. Denn richtige Entspannung ist das Gefühl in deinem Körper der Sicherheit und das Gefühl, keinem Inneren oder äußeren Druck ausgesetzt zu sein. Obwohl Stress für eine kurze Zeit ein sehr sinnvoller Mechanismus ist, ist es sehr sehr wichtig, dort auch ein Ende zu finden und dem Stress wieder die Entspannung als Gegenpol zu geben. D.h., schau doch mal ehrlich hin: Welche Lebensbereiche setzen dich konstant unter Stress? Wo hältst du vielleicht was aus, was dir eigentlich gar nicht gut tut? Wo bist du gerade mit dir selbst nicht im Reinen, vielleicht nicht ehrlich gegenüber dir selbst? Wo gehst du immer wieder über deine eigenen Grenzen? Und auch die Frage: Wie sprichst du innerlich mit dir? Welche Stimme hat dein innerer Kritiker? Nutzt er Druck und Angst oder eher Mitgefühl? Sprichst du mit dir wie mit einer Freundin oder bist du eher wertend und streng? Wenn du die Frage umdrehst, kommst du oft zu großer Weisheit, wenn du fragst: Würde ich so mit meiner Freundin sprechen, wie ich mit mir selbst spreche? Das gibt dir schon sehr viel Aufschluss darüber, in welchem Tonfall du mit dir selbst sprichst. Das kannst du gut reflektieren.

Entspannung und das Gefühl der Sicherheit sind eben essentiell für die Fruchtbarkeit, für einen funktionierenden Stoffwechsel und für die Aufnahme von Nährstoffen, auch für deine Libido und die Freude an der Nähe mit deinem Partner. Wenn dein Körper immer unter chronischem Stress steht, dann wird er nicht einfach so umschalten, nur weil du deine Ernährung veränderst oder eine Entspannungsübung durchführst. Das ist ein bisschen tiefer als das oder sehr viel tiefer als das.

Also, wie funktioniert nun dein Weg in die Entspannung? Dein Körper braucht kleine Signale von Sicherheit jeden Tag. Entspannung ist also kein i-Tüpfelchen, was man sich mal gönnt wie wochenlang durchpowern und dann mal einen Tag in der Therme. Sondern Entspannung sollte die tägliche Basis für alles andere sein. Frag dich immer wieder, wie du ein kleines bisschen mehr Sicherheit in dein Leben einladen darfst. Und das ist ganz individuell. Du kannst dich auch zurück erinnern: Was waren die entspanntesten Momente der letzten Woche? Was hast du gemacht oder vielleicht auch nicht gemacht? An welchem Ort warst du? Warst du allein oder wer war bei dir? Nutze dann die Ressourcen, die schon in dir sind dann. Das ist eine Abkürzung zu deiner individuellen Entspannung.

Und nun möchte ich dir noch meine Top 5 persönlichen Tipps mitgeben, die mir immer helfen, mich gut zu entspannen und mich wegzubringen aus diesem Zustand des chronischen Stresses und die mir zwischendurch eine Möglichkeit geben, mein Nervensystem wieder zu resetten, um dann mit voller Kraft wieder in das zu gehen, was als Nächstes ansteht. Als ersten Punkt möchte ich dir von meinen vier Wänden erzählen. Auch viele Studien beschreiben, was Chaos in unserem Zuhause mit unserem Stresslevel macht. Bei mir ist das ganz ausgeprägt mit der Reizüberflutung, dass die zu Chaos in meinem Kopf führt. Man sagt auch, dein Zuhause ist der Spiegel deiner Seele. Frag dich hier: Ist dein Zuhause eigentlich ein Ort, an dem du dich geborgen fühlst oder an dem du abschalten und zur Ruhe kommen kannst? Ist dein Zuhause ein Rückzugsort vom Trubel des Alltags? Oder ist es das Gegenteil, dass zuhause viel Arbeit, viel Unordnung und Stress auf dich wartet? Für mich war das ein riesiger Hebel, um mein Stresslevel zu senken. Grundsätzlich, dass immer, wenn ich nach Hause komme, Mein Zuhause als Ort der Ruhe wahrnehmen, als Ort, an dem ich mich aufladen kann. Und aus dem ich gestärkt wieder rausgehe in meinen trubeligen Alltag. Und das ist meine kleine Festung. Hier sind alle meine Dinge, die ich liebe, hier fühle ich mich geborgen. Und das ist so wichtig, so einen Ort zu haben. Also sei da ehrlich mit dir selbst. Hast du so einen Ort oder wie kannst du ihn dir vielleicht schaffen?

Mein zweiter Tipp zur ganzheitlichen Entspannung ist Meditation. Ich habe ja schon gesagt, dass Atemübungen allein jetzt nicht helfen, um dich von dem chronischen Stress runterzubringen. Meditation ist allerdings noch mal sehr viel tiefer greifend. Und für mich ist es auf jeden Fall eine Maßnahme, mit der ich meinen Stress reduzieren kann. Ich liebe geführte Meditationen, denn sie führen mich in mein Unterbewusstsein und im Alltag bin ich so viel im Kopf, dass es unglaublich guttut, diese Ebene auch mal kurz zu verlassen. Und wenn du das mal ausprobieren möchtest, findest du viele kostenlose Meditationen auch auf Spotify YouTube und Co. oder es gibt auch einige Apps wie Headspace oder 7Mind, die ich sehr empfehlen kann, die kostenlose Meditation anbieten. Und einfach in diese Routine zu kommen, in dein Unterbewusstsein einzutauchen. Das gibt dir mal kurz die Pause von deinen Alltagsgedanken. Das ist unglaublich hilfreich.

Mein dritter Tipp ist: Raus in die Natur. Wusstest du, dass in Japan Waldbaden als Therapiemaßnahme verschrieben wird? Das ist so heilsam, insbesondere ganz ohne äußere Reize, auch ohne Kopfhörer, ohne Ablenkung in der Natur umherzugehen und vielleicht den Vögeln zu lauschen, oder dem Laub unter deinen Füßen und den Gedanken in deinem Kopf, die sich jetzt halt neu ordnen können. Ich bin persönlich immer so erfrischt, wenn ich von einem ausgedehnten Spaziergang in der Natur komme. Und das, was mich vorher besorgt hat, ist dann schon mal in einer ganz anderen Ordnung in meinem Kopf und ich kann mit einer Perspektive und frischen Gedanken rangehen, das zu bearbeiten.

Mein vierter Tipp ist Tanzen, ich liebe Tanzen! Klingt erst mal ein bisschen wenig entspannt, kann auch definitiv sehr schweißtreibend sein. Aber Tanzen begleitet mich schon mein Leben lang und die Kombination aus der Verbindung mit anderen Menschen und der Bewegung des ganzen Körpers ist so kraftvoll. Und dann kann ich meine Alltagssorgen einfach mal vergessen in dieser Zeit, auch wenn es nur eine Stunde pro Woche ist. Und aktuell tanze ich Salsa und Bachata und früher habe ich auch mal Zumba und Hip-Hop getanzt im Fitnessstudio-Kurs. Ich denke, Tanz ist jedem in irgendeiner Form zugänglich. Und auch, wenn du einfach für dich tanzt in deinem Wohnzimmer, machst dir deinen Lieblingssong an und lässt dich von der Musik mitreißen. Spürst du deinen Körper und lässt deinen Stress los. Du gehst ein bisschen raus aus deinem Kopf und aus diesem mentalen Stress, der so chronifiziert ist bei uns aktuell.

Und das fünfte ist, Reflexionsrituale zu haben. Das möchte ich dir gerne mitgeben und wie du diese Reflexionsrituale gestaltest, das kannst du dir gerne selber überlegen oder ich gebe dir gerne noch mal einen Impuls dazu in einer anderen Folge. Wichtig ist nur, dass dieses Ritual ein eine Art Rahmen für dein Leben schafft, in dem du die Dinge einordnest, die passieren, denn es passiert so viel. Ich habe jetzt in all den Jahren für mich eine Sammlung mit Reflexionen herausgesucht, die ich zu verschiedenen Zeitpunkten mache. Und das kann zum Beispiel eine Wochenreflexion sein, eine Monatsreflexion oder ich habe auch einen kleinen Reflexionsblock mit Fragen zum Zyklus des Mondes, wo man immer zum Neumond und zum Vollmond dann was reflektiert. Und wenn ich da auf die nächste Zeit schaue, dann lässt mich das einplanen, was mir wichtig ist, worauf ich mich ausrichten möchte und in welcher Phase meines Zyklus ich mich befinde, wie meine Energie ist. Ich kann mich zurückbesinnen auf meine Ziele und meine Visionen für die nächste Zeit. Und dann gibt es auch noch Reflexionen, die Rückblicke sind, die mich zurückblicken lassen. Wie lief eigentlich das letzte Jahr? Der letzte Monat die letzte Woche oder auch der gestrige Tag? Und diese Rückblicke lassen mich eben das Erlebte in einem Licht der Dankbarkeit sehen. Mit etwas Abstand und einer anderen Perspektive auf die Dinge sehe ich dann Verbindungen, vielleicht Fügungen, die ich so nie erwartet hätte und stärke mein Vertrauen, dass alles so kommen wird, wie es kommen soll. Und du musst natürlich nicht so viel reflektieren wie ich, doch ich lege dir definitiv ans Herz, einen Rhythmus und die Werkzeuge dafür zu finden, dass du dich in deinem Alltag erden kannst und dass du dich immer wieder erinnerst, was dir wichtig ist, ob das ein Vision Board ist, ob das ein Mantra ist, was du dir immer wieder sagst, eine Affirmation, ob das ein Journal ist, wo du wirklich ausführlich drin schreibst oder ein vorgefertigter Blog, wo Fragen sind, wo du immer das gleiche beantwortest. Das sind alles ganz ganz viele Tools, die du auch überall findest, wenn du die Augen offenhältst. Und damit kannst du einfach mal starten. Und so fühlt es sich eben an, als wenn du dein Leben lebst und nicht das Leben dir einfach nur passiert. Denn dafür ist es viel zu kurz und zu kostbar.

Ja, also, das waren meine Tipps und ich möchte auch hier nochmal betonen, dass das, was mir hilft, dir nicht helfen muss. Sicher entspannen dich ganz andere Dinge und ich möchte, dass du das für dich ein bisschen herausfindest, was das ist und wie du dort in die Entspannung finden kannst. Und ich glaube, du weißt das schon sehr viel intuitiv. Wenn du an einen entspannenden Moment denkst, das Erste, was dir da in den Kopf kommt, das ist oft schon das Richtige. Und bevor du irgendwelche Veränderungen in deinem Leben anstößt, um deine Gesundheit zu fördern, wie Ernährung oder Bewegung, beginne immer beim Thema Entspannung. Wie kannst du dich in deinem Körper, in deinem Zuhause und in all den anderen Lebensbereichen ein bisschen sicherer und mehr geborgen fühlen? Wie kannst du täglich in die Entspannung kommen? Und jeder Schritt zählt dabei.

Nächste Woche möchte ich dir ein paar Empfehlungen an die Hand geben, die dich dabei unterstützen, eine Bestandsaufnahme deiner aktuellen Gesundheit durchzuführen. Denn oft wissen wir gar nicht so genau, woran wir arbeiten können, aber merken, dass irgendwas noch nicht ganz passt. Bis dahin wünsche ich dir von Herzen alles Gute.

In Freude,

deine Myriam

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